
Schockierende Gewalt gegen queere Menschen in Österreich
27. März 2025Schock und Entsetzen breiteten sich vergangenes Wochenende aus, als mit erschreckender Deutlichkeit sichtbar wurde, wie sich gezielt Hasskriminalität gegen queere Menschen in Österreich richtet. Jetzt braucht es vor allem eine klare Haltung und noch entschiedeneres Handeln, denn für Queerfeindlichkeit darf in unserer Gesellschaft unter keinen Umständen Platz sein!
In einer bundesweit koordinierten Polizeiaktion wurden 26 Hausdurchsuchungen durchgeführt und 18 Personen festgenommen. Sie stehen im Verdacht, homosexuelle Männer nicht nur gezielt ausgeraubt, sondern auch physisch und psychisch angegriffen sowie misshandelt zu haben. Die von den Tätern in privaten Chats hochgeladenen Videoaufzeichnungen zeigen, wie in Gruppen bis zu acht Personen auf die wehrlosen Opfer eingetreten werden. Es sind gegenwärtig 17 Fälle bekannt – wobei die Dunkelziffer wohl weitaus höher sein dürfte – in denen die Betroffenen Opfer brutaler Gewalt wurden und teils schwere Verletzungen davontrugen. In einem Fall wird sogar wegen versuchten Mordes ermittelt.
Die Täter sollen sich dabei über rechtsextreme Netzwerke organisiert und ihre Opfer seit Mai vergangenen Jahres mithilfe von Social Media Fakeprofilen an einsame Treffpunkte gelockt haben. Vergangenen Sonntag wurde gegen 13 Verdächtige die Untersuchungshaft verhängt und gegen einen weiteren in der Slowakei ein Auslieferungsantrag gestellt. Im Zuge der Hausdurchsuchungen wurden durch die Polizei neben Waffen auch nationalsozialistisches Gut und zahlreiche Datenträger sichergestellt.
Diese Angriffe zeugen von einer besorgniserregenden gesellschaftlichen Entwicklung. Hass, Gewalt und Diskriminierung gegen Menschen aus dem queeren Umfeld sind zwar nichts Neues, doch sie werden sichtlich offener ausgelebt. Rechtsextreme Ideologien und die zunehmende politische Hetze befeuern diese Entwicklung weiter. Allein in den vergangenen Jahren haben sich in Österreich mehrere höchst gewaltbereite Gruppierungen gebildet, die zum Teil mit rechtsextremen Organisationen verbunden sind.
Daher ist es unbedingt erforderlich, dass Politik und die Gesellschaft als Ganzes entschieden gegen jede Form von Gewalt vorgehen und für ein Umfeld einstehen, in dem Hass und Gewalt jeglicher Art nicht toleriert wird. Neben einer konsequenten strafrechtlichen Verfolgung braucht es jetzt auch eine verstärkte Aufklärung im Zusammenhang mit LGBTQIA+ und der Gefahr von Hasskriminalität.
Die Betroffenen und Zeug*innen eines derartigen Angriffs werden aufgerufen, sich keinesfalls einschüchtern zu lassen. Wendet euch umgehend an die Polizei und an Unterstützungsorganisationen! Dies zeugt nicht nur von Stärke, sondern trägt auch zur Aufklärung der Gewaltakte bei und hilft, künftige Angriffe zu unterbinden.
Stehen wir alle nun solidarisch zusammen – für die Betroffenen und für eine Gesellschaft, in der Hass, Verachtung und Diskriminierung keinen Platz haben.